Große Kamera – kleine Kamera – welchen Einfluss hat die Kameragröße auf die Arbeit eines Fotografen?

Fotoapparate, DSLRs und Digitalkameras gibt es in den unterschiedlichsten Größen.

Grundsätzlich ist mir aufgefallen, dass Digitale Spiegelreflexkameras größer geworden sind, als es ihre analogen Vorfahren waren.

Das hat sicherlich damit zutun, dass in DSLRs Minicomputer und Aufnahmesensoren verbaut sind. Wohingegen in analogen Spiegelreflexkameras nur Platz für den Film und die Kamerarückwand gebraucht wurde.

Ob dies technisch notwendig war oder ob man der DSLR eine höhere optische Bedeutung zuspielen wollte, kann ich nicht beurteilen.

Ich weiss nur, dass frühere SLRs schlanker im Design der Kamera Bodys, sowie auch das Objektiv Design kleiner ausgefallen ist.

Gehen wir mal von der Bedienung aus, dann macht ein etwas größerer Body und auch ein größeres, griffigeres Objektivdesign Sinn.

Wenn ich professionell oder ambitioniert fotografiere, dann ist es oft notwendig mein Aufnahmegerät gut im Griff zu haben!

Das macht Sinn bei Sport, Hochzeiten, Reportagen, Dokumentationen, Events oder Portrait und Modefotoshootings, also überall wo es heiß hergeht.

Dann brauche ich ein Gerät, das gut in der Hand liegt und bei dem ich nicht mit der Lupe nach den Knöpfen und Auslöser suchen muss.

Wie ist das jedoch, wenn ich auf der Straße fotografieren will. Wenn ich einen Fotospaziergang machen will?

Ich finde, dass war mit analogen SLRs einfacher und angenehmer. Die Geräte waren insgesamt kleiner.

Für viele Fotografen/innen ist jedoch sehr wichtig. Mit einer großen Kamera und einem langen Teleobjektiv wird man gleich als Fotograf wahrgenommen und erkannt.

Wenn man beruflich fotografiert, dann ist das sehr wichtig.

Es gibt jedoch auch sehr viele Bereiche, in denen eine kleinere Kamera von Vorteil ist.

In der Reisefotografie, Dokumentation und vor allem im Foto Journalsimus sind professionelle Fotoapparate mit einem kleinen Formfaktor sehr von Vorteil wie ich finde.

Das hat viel mit Fotopsychologie und dem Auftreten der fotografierenden Person zu tun.

Gerade wenn man sich in einem fremden Land oder einer fremden Stadt aufhält um dort Aufnahmen zu machen, zum Beispiel für eine Reportage auf einem Blog, dann fühlen sich die Menschen vor Ort von einer kleinen Kamera nicht so bedroht.

Ja, fotografieren kann durchaus bedrohlich wirken, besonders wenn man selbst anvisiert wird.

Nicht umsonst sagt man auch ein Foto schießen.

Bei kleineren Kameras, die ebenfalls über einen professionellen Aufnahmesensor verfügen, wird das Fotografieren nicht als so bedrohlich wahrgenommen.

Die gleiche Erfahrung habe ich mit meiner zweiäugigen Mittelformatkamera gemacht.

Seagull 6x6 Mittelformatkamera
Seagull 6×6 Mittelformatkamera
Von Benjamin.nagelEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4206741

Bei einer zweiäugigen Mittelformatkamera blickt man von Oben in den Lichtschacht. Dies wirkt sich sehr positiv auf die zu fotografierende Umgebung aus.

Ich muss zugeben, dass mir diese Art zu fotografieren richtig viel Spass gemacht hat. Es war einfach ein anderer Blickwinkel. Man musste sich mehr Zeit nehmen für die Aufnahme.

DSLRs werden wieder kleiner!

Es gibt jedoch einen Trend, wie ich beobachtet habe, dass DSLRs wieder kleiner werden.

Das sind dann die Kameras ohne Spiegel und Prisma in der Kamera.

Das Weglassen dieser beiden Komponenten erlaubt es den Kamera Herstellern wieder, schlankere und kleinere Kameras zu bauen, und durch die dadurch veränderten Abstände zum Objektiv auch kleinere Objektive.

Für Fotoshootings, Event, Hochzeiten und Portraits sind diese Geräte sicherlich geeignet, wenn auch nicht die erste Wahl, aus oben genannten Gründen.

Aber für Fotojournalisten, Reise Fotografen oder für Fotoenthusiasten, die gerne eine Kamera für hochwertige Schnappschüsse dabei haben sind kleinere Profi Geräte von Vorteil.

Meine Schlussfolgerung

Die Größe der Kamera und des Objektivs hat einen großen Einfluss auf die Arbeitsweise eines Fotografen.

Oft sind größere Geräte von Vorteil, man wird als Fotograf erkannt und auch die Haptik ist wichtig im Foto Einsatz.

Aber in vielen Bereichen können kleinere Kameras Ihre Trümpfe ausspielen. Man wirkt bei Reise Reportagen auf seine Umgebung nicht als Bedrohung. Auch lassen sich kleinere Geräte besser mitnehmen. Für Fotojournalisten sind kleinere professionelle Kameras die richtige Wahl.

Am meisten zählt jedoch weiterhin in der Fotografie der richtige Augenblick.

 

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