Das erste Foto ist meistens das beste Foto

In der Fotografie geht es sehr viel um Konzentration.

In der analogen Fotografie musste man sich noch sehr viel mehr konzentrieren, weil man nur 36 Aufnahmen pro Film hatte und jedes gemachte Bild war mit Entwicklungs und Abzugskosten verbunden.

Auch heute sind Fotos nicht ganz kostenlos, wenn auch die Kosten für den Film und die Entwicklung weggefallen sind.

In der digitalen Fotografie hat sich die Art und Weise zu fotografieren verändert.

Aber sind die Bilder deswegen besser geworden?

Auch ich habe in den letzten Jahren in der Begeisterung der digitalen Freiheit viel mehr Aufnahmen gemacht, als dies in analogen Zeiten der Fall gewesen wäre.

Bei Portraits drückt man automatisch öfters ab. Man möchte ja den genau richtigen Augenblick festhalten. Auch minimiert man dadurch die Gefahr von Fotos mit geschlossenen Augen.

Auch hatte ich den Eindruck, das kommt unglaublich professionel rüber, wenn man viele Aufnahmen macht.

Jetzt mit einigen Jahren Foto Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht immer von Vorteil sein muss, viele Aufnahmen zu machen.

Man muss ja schließlich auch jedes Foto in Lightroom entwickeln. Vorausgesetzt man fotografiert in RAW.

Hat man dann alle Fotos entwickelt, bearbeitet und exportiert – was dann?

Für viele Fotos heißt es dann ab in das digitale Endlager auf einer Festplatte, wo die meisten von ihnen verschwinden und  oft auch nie wieder gesehen werden.

Für mich war das auch ein Grund dafür, weniger, aber dafür bewusster zu fotografieren.

Ich habe mich an die analogen Zeiten erinnert und habe mir vorgenommen, wenn möglich immer nur eine Aufnahme pro Motiv zu machen:

Den goldenen Schuss!

Bei Fotos ist es wie mit vielen Dingen. Je mehr von etwas vorhanden ist, desto weniger ist es wert.

Je weniger von etwas vorhanden ist, desto wertvoller ist es.

Man denke nur an Fotos von den eigenen Eltern oder Großeltern.

Oft gibt es nur sehr wenige Aufnahmen aus jener Zeit.

Kein Wunder also, dass diese Bilder einen sehr hohen, einen Seltensheitwert haben.

Ich habe auch folgende Erfahrung gemacht:

Das erste Foto ist meistens das Beste!

Diese Beobachtung trifft auf Portraits zu, aber auch auf Landschaften, Pflanzen oder Architektur.

Man visiert und rahmt automatisch bei der ersten Aufnahme die bestmögliche Aufnahe in die Kamera.

Man kann es sich zu Angewohnheit machen, pro Motiv immer nur eine Aufnahme zu machen – und mit dem Ergebnis dann zu leben.

Oft fügen sich auch auf den ersten Blick nicht so perfekte Fotos mit weiteren gemachten Aufnahmen zu einem sehr spannenden Gesamtergebnis zusammen.

Eine weitere Idee wäre es, in 36er Abständen zu denken.

Man könnte probieren immer nur 36 Aufnahmen pro Speicherkarte zu machen.

Ich bin mir sicher, dass diese Fotos besonders schön, interessant und spannend werden, weil man der einzelnen Aufnahme eine hohe Aufmerksamkeit schenkt.

 

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