Fotografieren lernen – Deine Kamera ist eine Stoppuhr – Belichtungszeiten erklärt

Was bedeuten diese ganzen Belichtungszeiten meiner Kamera? Welche Belichtungszeit brauche ich für welche Aufnahmesituation?

Kameras wie z.B. die Canon 6D haben Belichtungszeiten von 1/8000 Sekunde bis 30 Sekunden (darüber hinaus noch die Bulb Funktion für Fernauslöser mit Feststellfunktion).

Man kann also Ultrakurz Belichten (1/8000 Sek.) oder auch lange (30 Sek.).

Man kann die Belichtungszeiten erstmal unterteilen in „aus der Hand fotografieren“ und „vom Stativ fotografieren“.

Die Grenze verläuft in der Regel bei 1/60 Sekunde (ohne Bildstabilisator).

Alles was länger ist, sollte man vom Stativ fotografieren, also 1/60 Sekunde – 30 Sekunden. Alles was kürzer ist, kann aus der Hand fotografiert werden.

Soweit mal der Praktische Bezug der unterschiedlichen Belichtungszeiten.

Deine Kamera ist eine Stoppuhr. Du kannst damit die Zeit festhalten. Wieviel Zeit Du festhältst, kannst Du über die Belichtungszeit einstellen.

Es kommt also darauf an

  • was möchte ich fotografieren?
  • wie soll das Bild aussehen?
  • will ich die Zeit einfrieren?
  • will ich die Zeit verwischen?

Beispiele:

  • Sport: Athleten und Sportler/innen in der Aktion einfrieren. Da brauchen wir ganz klar eine sehr kurze Belichtungszeit. Also 1/1000 Sekunde – 1/8000 Sekunde. Wie kurz wir belichten können hängt natürlich vom Umgebungslicht, ISO und Blende ab. Auch ob ich mit oder ohne Blitz fotografiere.
  • Vorbeifahrende Autos mit Bewegungsunschärfe- aus der Hand mitziehen: Dafür braucht man Belichtungszeiten von 1/30 Sekunde – 1 Sekunde. Im vorbeifahren des Autos löst Du die Kamera aus und ziehst die Kamera mit der Bewegung  des Fahrzeugs mit. So entstehen Fotos, wo das Auto scharf ist und der Hintergrund in Bewegung verwischt.

    • Verwischte Autolichter auf Autobahnen: Dafür eignet sich sehr gut die Belichtungszeit von 30 Sekunden. Vom Stativ in der blauen Stunde. Man löst aus (am besten mit Spiegel Vorhochklappung). Und 30 Sekunden lang malen sich die Autoscheinwerfer in das Bild.
    • Wasserfälle, Springbrunnen: Wasser ist ein sehr schönes Beispiel und die Wirkungsweise unterschiedlicher Belichtungszeiten zu erklären. Will man einen Springbrunnen fotografieren, bei dem die einzelnen Tropfen einfrieren, sollte man eine sehr kurze Belichtungszeit wählen z.B. 1/1000 – 1/8000 Sekunde. Möchte man das Wasser in Strahlen fließen zu lassen, sollte man zu längeren Belichtungszeiten von 1 Sekunde – 10 Sekunden greifen. Bei längeren Belichtungszeiten kann man mit unterschiedlichen Zeiten experimentieren. Die richtige Zeit ist dann die, bei der das Foto am besten aussieht.

  • Tiere: Oft hat man nur wenige Sekunden, um ein wildes Tier fotografisch festzuhalten. Ganz klar, dass man in diesem Fall zu sehr kurzen Belichtungszeiten greift 1/1000-1/8000 Sekunde. Die Grenze ist wieder nur die Umgebungshelligkeit, die Blendenöffnung und die Empfindlichkeit ISO.

Zusammenfassung:

Die Belichtungszeit ist ein sehr starkes Gestaltungselement in der Fotografie. Mit kurzen Belichtungszeiten kannst Du Ereignisse einfrieren, mit langen Belichtungszeiten kannst Du Ereignisse fließen lassen.

Bis 1/60 Sekunde kannst Du aus der Hand fotografieren. Bei längeren Belichtungszeiten solltest Du ein Stativ einsetzen.

Bei langen Belichtungszeiten kannst Du bewegte Objekte mit Bewegungsunschärfe wiedergeben, oder Du kannst Dich auch bewegen und die Kamera währen der Belichtung mitziehen.

Soweit ein Überblick über die gestalterischen Möglichkeiten mit kurzen und langen Belichtungszeiten.

Hast Du Fragen zu diesem Thema, dann stelle sie gerne in den Kommentaren.

 

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