Welches Objektiv ist das richtige für mich

Gerade für Foto Anfänger stellt sich zu Beginn der Foto Karriere die Frage welche Ausrüstung die richtige für gelungene Fotos ist.

Viele richten ihr Augenmerk besonders auf die Kamera. Klar, das Ding hat man in der Hand. Dort drückt man den Auslöser. Und in dieser Schachtel werden die

Bilder von Licht in Dateien umgewandelt.

Was vielen vielleicht Anfangs noch nicht ganz klar ist, ist, dass eigentlich das Objektiv der wahre Held in diesem Team ist.

Das Objektiv ist das Auge der Kamera.

Wenn die Kamera ein Mensch wäre, dann wäre das Objektiv das Auge, der Sensor die Augenrückwand mit den Lichtempfindlichen Stäbchen, das Gehirn der Prozessor (Fotocomputer in der Kamera) und die Erinnerung oder das innere Bild die Speicherkarte.

Es wird einem erst richtig klar, wenn man schon mehrere unterschiedliche Objektive in der Hand hatte und damit Aufnahmen in unterschiedlichen Situationen gemacht hat.

Unterscheidungsmerkmale von Objektiven:

Die Brennweite (Angabe in mm)

Fischauge (Fisheye):

ca. 11-20 mm. Das ist ein Objektiv mit extremer Verzerrung.  Wird gerne für Sportveranstaltungen (Skateboarding) oder Events (Menschenmassen) oder Naturaufnahmen verwendet. Durch das extreme Weitwinkel bekommt man besonders viel aufs Bild.

Weitwinkel

ca. 20-28 mm.  Das ist ein Objektiv, das für Landschaftsaufnahmen, Architektur Aufnahmen, Panoramafotos, Gruppenfotos sehr gut geeignet ist. Mit diesem Objektiv bekommt man sehr viel aufs Bild. Obwohl es sehr weitwinklig ist, verzerrt es nicht so stark wie das Fischauge. Ein sehr vielseitiges Objektiv, gerade, wenn man draußen unterwegs ist, oder in kleinen Räumen fotografiert.

Normalbrennweite

ca. 35-50 mm. Diese Brennweite entspricht in etwa der Menschlichen Warnehmung. Entspricht ungefähr dem menschlichen Sichtfeld. Das ist ein sehr vielseitiges Objektiv. Sehr gut geeignet für ein Foto Tagebuch. Gibt einen interessanten Bildausschnitt wieder. Bezieht nicht wirklich Stellung. Bewegt sich im neutralen Mittelfeld. Sehr angenehm für entspanntes Fotografieren.

Portrait

ca. 85 mm. Das Portrait Objektiv gehört schon zu den Teleobjektiven. Es ist ideal für Portrait oder Brustbildern. Sehr interessante Brennweite, die sich jedoch auf  den interessanten, jedoch schmalen Bereich der Portrait Fotografie konzentriert.

Teleobjektiv

ca. 70-200 mm. Das ideale Objektiv für Sport, Tiere, Wildlife, Vögel und alles, was weit entfernt ist. Viele Fotografen nutzen es gerne auch als Portrait Objektiv. Im längeren Brennweitenbereich zwischen 120-200 mm kann ich es jedoch nur bedingt als Portrait Linse empfehlen, weil die Personen durch die Perpektive breiter erscheinen, als sie sind.

Makroobjektiv

ca. 100mm. Das ist ein Objektiv speziell für Details und sehr nahe Ansichten. Durch Abbildungs Massstäbe von 1:1 können auch Insekten und sehr kleine Objekte sehr nah abgebildet werden. Gerade in der Natur mit ihren vielen interessanten Strukturen ist das ein Objektiv, welches viel Spass macht.

Die Blendenöffnung (f)

Die Blendenöffnung beschreibt einerseits die Lichtstärke, das heißt die Lichtdurchlässigkeit eines Objektives und andererseits die Freistellungs Stärke. Das heißt, je größer die Blendenöffnung, desto unschärfer kann man den Hintergrund verschwimmen lassen.

Blende f 1:1 – Maximale Offenblende. Licht im Wert von 1 tritt vorne durch die Linse und trifft bei offener Blende auch auf den Sensor.

1:1,4 – Sehr Lichtstark, aber es geht etwas Licht im Objektiv verloren (diese Blende findet man bei Festbrennweiten)

1:2,8 – Sehr Lichtstark für ein Zoom Objektiv

1:4 – Gute Lichtstärke

1:5,6 Mittlere Lichtstärke

Zoom oder Festbrennweite

Man unterscheidet bei Objektiven zwischen Zoom Objektiven und Festbrennweiten.

Bei Zoom Objektiven kann man durch drehen des Objektivs die Brennweite verändern. Man kann näher heranzoomen oder weiter wegzoomen um mehr aufs Bild zu bekommen. Wie nah und wie weit, hängt von dem jeweiligen Objektiv ab.

Diese Objektive sind sehr vielseitig. Man hat vom Weitwinkel bis zum mittleren Tele alles dabei. Meist größer als Festbrennweiten.

Festbrennweiten. Das sind Objektive mit einer festen Brennweite. Man kann nicht zoomen. Man muss sich selbst bewegen um den Bildausschnitt festzulegen. Meist sind diese Objektive kleiner und handlicher als Zoom Objektive. Meist haben Festbrennweiten eine bessere Lichtstärke (größere Blendenöffnung möglich).

Eine Festbrennweite kann die Art und Weise zu fotografieren grundlegend verändern. Man muss den Bildausschnitt durch seinen Standpunkt bewusst wählen und durch die Blendenöffnung beeinflussen.

Jeder Fotograf sollte mindestens eine Festbrennweite besitzen um diese Foto Methode zu kennen.

Autofokus oder Manuelle Fokussierung

1995 als ich mit 16 meine erste Spiegelreflex gekauft hatte, war manuell fokussieren und manuelle Blendeneinstellung noch an der Tagesordnung.  Eine langsamere Art zu fotografieren. Hier ein paar Gedanken zu dieser Fotografie Philosophie. Fotografieren, das ist malen mit Licht.

Ich habe diese Art zu fotografieren geliebt. Aber ich weiss auch die heutigen Vorteile der digitalen Fotografie sehr zu schätzen (Kostenfaktor billiger).

Autofokus für viele früher undenkbar. Heutzutage doch eine Erleichterung, weil man sich doch mehr auf die Bildgestaltung konzentrieren kann. Auch wenn es schnell gehen muss, ist Autofokus von Vorteil (vorausgesetzt er ist schnell genug.)

Gerade wenn es dunkel ist, funktioniert der Autofokus nicht mehr richtig. Da ist es gut, wenn man noch weiss, wie man manuell fokusiert.

Bildstabilisierte Objektive

Viele neuere Objektive haben einen Bildstabilisator eingebaut. Für Fotopuristen eine weitere Entfernung von der klassischen Fotografie. In der Praxis einfach nur praktisch. Die Linsen im Objektiv sind auf Elementen gelagert, die jede Bewegung ausgleichen. So kann man auch mit Belichtungszeiten über 1/60 Sekunde noch aus der Hand fotografieren ohne zu verwackeln.

Einfach eine weitere Hilfe für ein gelungenes Foto.

Durchgehende Blende oder variable Blende

Besonders bei Zoom Objektiven ist die Blende zu beachten. Diese Objektive unterscheiden sich auch in der druchgehenden Blende.

Bei Objektiven mit durchgehender Blende z.B. Canon EF 24-105mm 1:4,0*, bleibt die Blende über den gesamten Zoombereich gleich. Das heißt auch die Tiefenschärfe verändert sich beim Zoomen nicht, ebenso die Lichtmenge die auf den Sensor trifft bleibt auch beim Zoomen konstant. Sehr wichtig wenn man mit Blitzen arbeitet oder eine bestimmte Tiefenschärfe benötigt. Einfach, wenn man die Kontrolle über den Belichtungsvorgang behalten möchte.

Bei anderen Objektiven verändert sich mit der Brennweite auch die Blende, wie zum Beispiel beim Canon EF 28-300mm 1:3,5-5,6 *.  Das ist an sich kein Drama. Vielen würde es wahrscheinlich nicht einmal auffallen. Es ist jedoch so, dass in der Weitwinkligen Stellung des Objektives die Lichtmenge die durch das Objektiv eintreten kann größer ist als in der Telestellung. Bei gleichbleibender Belichtungszeit und Empfindlichkeit würde das im Telebereich dunkler werden.

An sich kein großes Problem. Und für viele Einsteiger in die Fotografie auch total nebensächlich. Es kann jedoch eine kleine Einschränkung sein, über die man sich im klaren sein sollte. Für Anfänger sind diese Objektive, jedoch absolut zu empfehlen, weil man den Lichtverlust im Telebereich ganz einfach über die Empfindlichkeit der Kamera ausgleichen kann, oder wenn man in RAW fotografiert einfach den Belichtungsregler etwas hochschiebt ;-).

  • Nun gut, soweit erstmal zu den unterschiedlichen Objektiven. Ich werde in weiteren Blog Posts noch weitere auf einzelne Details eingehen und anhand von Beispielen erklären!

Falls es Fragen geben sollte, dann schreibt sie doch sehr gerne in die Kommentare.

Viel Spass beim fotografieren bei Tag und bei Nacht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.